»Hier spricht die Opposition«

Newsletter der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
Ausgabe 469, 13. Januar 2022

 
 
v.l.n.r. Amira Mohamed Ali, Dietmar Bartsch, Gerhard Trabert, Janine Wissler, Susanne Hennig-Wellsow
»Die Mutter aller politischen Probleme ist die soziale Ungerechtigkeit«

Die Fraktions- und Parteivorsitzenden Amira Mohamed Ali, Dietmar Bartsch, Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow stellen im Pressestatement Professor Gerhard Trabert vor, unseren Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Der parteilose Allgemein- und Notfallmediziner sowie Professor für Sozialmedizin versorgt u. a. mit seinem Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland“ obdachlose und nicht krankenversicherte Menschen. Gerhard Trabert: "Die Löcher in unserem sozialen Netz und im Gesundheitssystem werden immer größer, die Armut nimmt immer mehr zu. Es wird Reichtum stabilisiert, aber nicht Armut bekämpft. Und zunehmend wird Armut gegen Armut ausgespielt." [Mehr zu Trabert im Dossier]

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Amira Mohamed Ali
»Armut bekämpfen statt arme Menschen zu kriminalisieren!«

Amira Mohamed Ali fordert in ihrer Rede, Justiz und Strafverfolgungsbehörden erheblich zu entlasten. Einer ihrer Vorschläge ist, das Fahren ohne Fahrschein endlich aus dem Straftatbestand zu streichen. Dieser ist sozial ungerecht, absolut überflüssig und auch noch teuer für den Steuerzahler, wie sie erläutert. [Alle Reden dieser Woche auf YouTube ansehen]

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Gregor Gysi am Rednerpult des Bundestages © picture alliance/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
»Wir brauchen endlich wieder das Völkerrecht und die Diplomatie«

Gregor Gysi in seiner Rede: "Eine wertebasierte Außenpolitik ist nur dann glaubwürdig, wenn diese Werte die Grundlage für alle internationalen Beziehungen sind. So lange die Bundesregierung mit zweierlei Maß misst, steht ihre Außenpolitik auf tönernen Füßen."

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Bundeskanzler Olaf Scholz auf der Regierungsbank im Plenarsaal des Bundestages © ddp/United Archives
Die Linksfraktion fühlt dem neuen Kanzler auf den Zahn

Olaf Scholz spricht von Respekt und ordentlicher Bezahlung – im Koalitionsvertrag ist aber eine Ausweitung von Minijobs geplant, "genau der Beschäftigungsform, von der man kein ausreichendes Einkommen und keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hat", kritisiert Susanne Ferschl in der ersten Kanzlerbefragung und fragt, was das mit dem versprochenen Respekt zu tun habe. In seiner Antwort ebenso schwammig bleibt Scholz auf die Frage von Pascal Meiser, wer nun den angekündigten Pflegebonus erhalten soll. 

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Dietmar Bartsch im Interview © Picture alliance/photothek|Florian Gaertner
Alte, falsche Muster bei der Pandemiebe​​kämpfung

"Die Bundesregierung fällt bei der Pandemiebe​​kämpfung in alte, falsche Muster zurück", sagt Dietmar Bartsch dem RedaktionsNetzwerk Deutschland zu den Beschlüssen der Bund-Länder-Schalte vom Freitag. "Man darf nicht prophylaktisch Grundrechte außer Kraft setzen. Das ist eine Politik des Konjunktivs, für die viele Bürger kein Verständnis haben. Für die Gastronomie sind die MPK-Beschlüsse ein fragwürdig harter Schlag."

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Ein Pfleger schiebt in einem Krankenhaus einen Patienten im Rollstuhl durch einen Flur mit einem Schild Notaufnahme an der Wand © iStock/upixa
Lauterbachs bürokratische Erbsenzählerei

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will den geplanten Pflegebonus nur an einen eng begrenzten Kreis von Pflegekräften zahlen. "Statt die Pflege in der Dauerkrise zu unterstützen, spaltet Lauterbach die Belegschaft mit seiner bürokratischen Erbsenzählerei", entgegnet Jan Korte: "Für das Pflegepersonal ist diese Pandemie eine unglaubliche Belastung, von der Intensivstation bis zum mobilen Pflegedienst. Sie alle haben nicht nur einen Bonus verdient, sondern auch Respekt und Einsatz des Bundesgesundheitsministers."

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Roter abfallender Pfeil vor Einhundert-Euro-Scheinen © iStock/alexsl
Inflationsbremse jetzt!

Das Statistische Bundesamt beziffert die Inflationsrate für 2021 auf 3,1 Prozent - der höchste Anstieg seit 1993. Dietmar Bartsch: "2021 war ein Wohlstandsfresser - für Rentner, Arbeitnehmer, für die Mehrheit der Bürger in unserem Land. Die Ampel sollte zügig eine Steuerreform vorlegen, die kleine und mittlere Einkommen entlastet." Gesine Lötzsch ergänzt: "Über 21 Prozent der Beschäftigten arbeiten in unserem Land zu Niedriglöhnen. Für diese Menschen müssen die Mindestlöhne auf 13 Euro die Stunde angehoben werden. Arbeitslose und Armutsrentner brauchen schnell einen Inflationsausgleich."

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Mehrere Stromzähler neben- und übereinander © iStock/adventtr
Klimaschutz kann und muss sich für die Mehrzahl der Bürger rechnen

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will das Tempo zur Senkung klimaschädlicher Emissionen deutlich anziehen. Dietmar Bartsch mahnt an, dass bisher kaum Pläne vorlägen, wie die Kosten dafür verteilt werden sollen: "Die Energiekosten sind zuletzt für Durchschnittshaushalte um 600 Euro gestiegen und steigen ungebremst weiter. Warum können wir die Mehrwertsteuer auf Strom, Heizöl, Erdgas und Sprit nicht von 19 auf 7 Prozent senken, zumindest zeitweise?"

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Euromünzen neben einer Tankanzeige mit dem Zeiger auf Einviertel © iStock/deepblue4you
Staatliche Abzocke bei Energie- und Stromsteuer stoppen!

Der Bund kann 2022 durch steigende Energiepreise mit deutlichen Mehreinnahmen rechnen. Aus Energie- und Stromsteuern fließen voraussichtlich rund 1,4 Milliarden Euro mehr in die Staatskasse als 2021. Das geht aus einer Anfrage von Dietmar Bartsch hervor. Bartsch kommentiert: "Während Christian Lindner Entlastungen für übermorgen verspricht, treibt der Bund heute die Energiepreise für die Bürger kräftig in die Höhe. Schluss mit der Abzocke!"

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Ein Rentnerehepaar als Miniaturfiguren auf einem Haufen Euro-Münzen © iStock/macgyverhh

Geringerer Rentenanstieg

Durch die Wiedereinführung des Nachholfaktors wird der Rentenanstieg diesen Sommer geringer ausfallen als noch im November letzten Jahres in Aussicht gestellt. Matthias W. Birkwald sieht die Einführung des Nachholfaktors kritisch.

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Euroscheine und -münzen in einem Einweckglas mit einem Aufkleber mit der Aufschrift Rente © iStock/gopixa

Zuverdienstmöglichkeiten

Frührentnerinnen und -rentnern werden während der Pandemie deutlich höhere Zuverdienstmöglichkeiten eingeräumt. Das ist grundsätzlich begrüßenswert, jedoch hat ein Großteil der Betroffenen gar nicht die Möglichkeit für Zuverdienste. 

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Miniaturfiguren auf Euro-Geldscheinen © iStockphoto.com/starfotograf
Lindner hintergeht den Bundestag mit Nachtragshaushalt

Der von Finanzminister Christian Lindner (FDP) vorgelegte Nachtragshaushalt wurde vom Bundesrechnungshof als „verfassungsrechtlich zweifelhaft“ kritisiert. Bereits im Dezember sagte Gesine Lötzsch in der Plenardebatte zum entsprechenden Haushaltsentwurf: "Das Täuschungsmanöver hat doch nur einen einzigen Grund: Sie brauchen dringend Geld, wollen aber nicht die Steuern für die Vermögenden erhöhen. Herr Lindner, Sie verhalten sich nicht wie ein Bundesfinanzminister, Sie verhalten sich wie ein Vermögensverwalter der Superreichen.“

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Gregor Gysi an einem Standmikrofon spricht während einer Fraktionssitzung der Linksfraktion im Bundestag
Misstrauen durch mehr Ehrlichkeit abbauen

"Alle hoffen auf ein Ende der Coronakrise. Solidarisch wäre die Freigabe von Impfstoffpatenten weltweit. Die Rechte und Freiheiten müssen so schnell wie möglich wiederhergestellt und das Misstrauen beachtlicher Teile der Bevölkerung gegen die etablierte Politik und Wissenschaft abgebaut werden, und zwar durch deutlich mehr Ehrlichkeit in der Politik", schreibt Gregor Gysi in seinem Jahresausblick in der Superillu.

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Mahnmal mit der Inschrift »Die Toten mahnen uns« in der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde
Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

103 Jahre nach der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht bleibt der Kampf gegen Militarismus und Krieg, für Demokratie und soziale Gerechtigkeit eine aktuelle Herausforderung. Gemeinsam mit Tausenden gedenken wir der beiden Arbeiterführer, die am 15. Januar 1919 ermordet wurden. Ihr unbeirrter Einsatz für eine bessere Gesellschaft ist Erbe und Auftrag für DIE LINKE.

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Guantanamo nach 20 Jahren endlich schließen

Seit 2002 betreiben die USA auf Guantanamo ihr berüchtigtes Gefangenenlager. Guantanamo zu schließen, zählte 2008 zu den wichtigsten Wahlversprechen Barack Obamas. Er hat sein Versprechen gebrochen. „Es ist ein Ort der Missachtung von Recht und Menschenrechten, der Inhaftierungen ohne Anklage, grausamer Folter und Gefangenenmisshandlung. Die neue Bundesregierung, die eine menschenrechtsbasierte Außenpolitik in ihrem Koalitionsvertrag mehrfach postuliert, muss sich gegenüber der US-Administration offensiv für die Schließung des Folterlagers einsetzen“, fordert Zaklin Nastic.

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Atomausstieg oder Atomeinstieg - ein Finger kippt einen Würfel mit den Silben aus und ein © iStock/Fokusiert
EU-Atomkraft: Deutschland sollte Österreichs Klageweg unterstützen

Die EU-Kommission hat einen Verordnungsentwurf zur Einstufung von Atomkraft und Gas an die Mitgliedsstaaten geschickt, der beide Energieträger als ‚förderungswürdig‘ charakterisiert. Während die Atomkraft bis 2045 als nachhaltig und klimafreundlich eingestuft wird, gilt dies für neue Gas-Infrastruktur unter strengen Regeln bis 2030. Andrej Hunko: „Die Förderung der Atomenergie ist rückwärtsgewandt, gefährlich und bürdet zukünftigen Generationen die Abfälle auf. Dieser Kommissionsvorschlag muss gestoppt werden. Das EU-Parlament kann dies mit einfacher Mehrheit ablehnen, die Bundesregierung sollte jedoch die österreichischen Klagebestrebungen mit aller Kraft unterstützen."

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V.i.S.d.P: Dietmar Bartsch

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