„Der massive Stellenabbau in der deutschen Automobilindustrie ist ein Alarmsignal: Beschäftigte bangen um ihre Existenz, Werke werden ausgedünnt, ganze Standorte infrage gestellt. Die Transformation läuft auf dem Rücken der Beschäftigten. Wenn VDA-Chefin Müller jedoch pauschal der EU-Politik in Brüssel die Schuld zuweist, greift das zu kurz. Es braucht zwar eine kluge europäische Industriepolitik – gleichzeitig sind es aber die Unternehmensleitungen, die entscheiden, ob sie in Qualifizierung, neue Technologien und Standorte investieren oder ob sie Rendite über Beschäftigung stellen“, erklärt Agnes Conrad, Sprecherin für nachhaltige Automobilpolitik der Fraktion Die Linke im Bundestag, zu neuen Daten des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Conrad weiter:
„In Unternehmen, die Stellen abbauen, müssen Boni- und Dividendenmoratorien gelten. Nötig sind massive Investitionen in Qualifizierung, Batterietechnologie und klimaneutrale Produktion am Standort Deutschland. Besonders irritierend wirkt die jüngste Debatte um überraschende Milliarden-Cashflows und Bonuszahlungen im VW-Konzern. Es kann nicht sein, dass Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Jobs verlieren, während Manager sich weiter bereichern. Statt Manager-Boni muss es Geld für Beschäftigungssicherung, Weiterbildung und Standortsicherung geben. Die Zukunft der Mobilität entscheidet sich nicht in Bonusverträgen, sondern in Werkhallen und Entwicklungsabteilungen.“
