"Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern bleibt unverändert bei 16 Prozent. Sie ist Ausdruck der mangelhaften Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland. Dass sich die Lohnlücke insbesondere nach der Geburt von Kindern weiter öffnet, macht die Missstände deutlich: Der Rückfall in traditionelle Rollenmodelle wird durch die schlechte Betreuungsinfrastruktur befeuert. Frauen werden viel zu häufig in Teilzeitmodelle oder Minijobs gedrängt. Zudem übernehmen Frauen häufiger die Pflege von Angehörigen und müssen dadurch ihre Arbeitszeit reduzieren", erklärt Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag, zum Equal Pay Day. Reichinnek weiter:
"Deshalb ist unsere Forderung klar: Es braucht einen Ausbau der Betreuungs- und Pflegeinfrastruktur, genauso wie mehr Anerkennung für diese Berufe – sowohl gesellschaftlich, als auch finanziell. Da Frauen überdurchschnittlich oft im Niedriglohnsektor arbeiten, würden sie ganz besonders von einem armutsfesten Mindestlohn profitieren. Eine stärkere Tarifbindung sorgt für eine Entlohnung, die sich mehr an objektiven Kriterien orientiert. Auch am Equal Pay Day zeigt sich, wie wichtig starke Gewerkschaften sind."
