„Ich begrüße, dass der Deutsche Verlagspreis weiterhin vom Bund finanziell gefördert wird und kleine, unabhängige Häuser mit besonders interessanten Programmen durch gut dotierte Preise geehrt werden. Allerdings sind die dabei von Kulturstaatsminister Weimer vorgenommenen Verfahrensänderungen skandalös und ein Schlag ins Gesicht der Verlage und aller unabhängigen Jurys. Ich erwarte, dass die SPD endlich die gezielten Einmischungen in die Kunst- und Kulturfreiheit des Kontrollstaatsministers unterbindet, ihn bei seinem autoritären Umbau der Bundeskulturförderung stoppt und die Änderungen zurückgenommen werden“, erklärt David Schliesing, Obmann der Linken im Kulturausschuss des Bundestages. Schliesing weiter:
„Die Einsetzung eines zusätzlichen Kontroll- und Beratergremiums, das Entscheidungen unabhängiger Jurys künftig unter Generalverdacht stellt, ist inakzeptabel. Sich darüber hinaus selbstherrlich das Entscheidungsrecht zur Auswahl der Verlage zuzuschanzen, offenbart einmal mehr den autoritären Charakter des Staatsministers. Denn wer Abstimmungsverfahren verändert, weil ihm die Ergebnisse nicht gefallen, hat offenkundig ein gestörtes Demokratieverständnis. Und wer systematisch die Unabhängigkeit der Jurys schleift, die ja maßgeblich dafür Sorge tragen sollen, dass die Kulturfreiheit nach Artikel 5 Abs. 3 GG unbeschadet bleibt, hat nichts in diesem Job verloren. Die Linke fordert von der Bundesregierung eine klare Zusage, jegliche Einmischung in die Arbeit unabhängiger Fachjurys unverzüglich einzustellen und die politische Einflussnahme in der Kulturförderung zu unterlassen.“
