„Deutschland hat nach dem Zweiten Weltkrieg aus einer Reihe sehr schlüssiger Gründe auf eigene Atomwaffen verzichtet. Die ‚nukleare Teilhabe‘ mit der NATO bzw. den USA ist fatal genug, führt diese doch zu Atomwaffen auf deutschem Boden“, kommentiert Ulrich Thoden, verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Bundestag, die Forderung von Roderich Kiesewetter nach deutscher Beteiligung an einem europäischen ‚Atomschirm‘. Thoden weiter:
„Diese Atomwaffen und ihre Infrastruktur werden derzeit umfangreich ‚modernisiert‘: Der Atomwaffenstandort Büchel wird teuer ausgebaut, um die Stationierung der F-35 vorzubereiten, die die neuen Trägersysteme für die US-Atomwaffen sein sollen. Kiesewetters Waffenfantasien würden diese nukleare Teilhabe durch die Mitverfügung bei französischen oder britischen Atomwaffen erweitern. Klar ist jedoch: Atomwaffen sind grundsätzlich abzulehnen und müssen abgerüstet werden – ob es nun US-amerikanische, russische, britische oder französische sind. Ich lehne deshalb eine deutsche Mitverfügung an Atomwaffen grundsätzlich ab.“
