Ulrich Thoden, Verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Bundestag, zu Plänen der französischen und deutschen Regierung für ein französisch-deutsch-europäisches Atomwaffenprojekt:
"Offensichtlich hat die Bundesregierung dem französischen Präsidenten zugesagt, sich am Konzept der ‚fortgeschrittenen Abschreckung‘ zu beteiligen. Nach zunächst Gemeinsamen Atomwaffen-Manövern könnte demnach eine Stationierung von französischen Atomwaffen in Deutschland folgen. Die Entscheidung über deren möglichen Einsatz verbliebe dennoch beim französischen Präsidenten. Dieser kündigte zudem an, sein Atomwaffenarsenal aufzustocken, ließ jedoch im Unklaren, wie stark. Die Einladung Frankreichs auch an andere EU-Länder zeigt, dass es im Kern um ein französisch-europäisches Atomwaffenprojekt geht. Dieses sei ausdrücklich ergänzend zur nuklearen Komponente der NATO zu verstehen. Allerdings sei Deutschland laut Macron dabei der ‚Schlüsselpartner‘. Die Linke lehnt ein französisch-deutsch-europäisches Atomwaffenprojekt und seine Folgen klar ab, nicht zuletzt erhöht sich die Gefahr, bevorzugtes Angriffsziel zu werden. Ebenfalls nicht übersehen werden sollte, dass - wie in Frankreich üblich - das Atomwaffenprogramm ausdrücklich verbunden ist mit der weiteren Atomkraftwerksnutzung. Weder Atomwaffen noch Atomkraftwerke sind sinnvoll, sicher oder nachhaltig. Es darf keine Stationierung von Atomwaffen hierzulande geben. Statt sich an dem französischen Atomwaffen-Aufrüstungsprogramm zu beteiligen, sollte die Bundesrepublik den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnen und dafür sorgen, dass die bisher hier stationierten US-Atomwaffen abgezogen werden."
