"Die Kürzungen sind ein bisher beispielloser Vorgang. Sie müssen schnellstmöglich zurückgenommen werden. Die Kürzungen treffen vor allem die gesetzlich Versicherten ins Mark, denn schon heute ist es für sie sehr schwer, einen Therapieplatz zu ergattern. Wer keinen Platz bekommt, zahlt die Behandlung aus eigener Tasche – oder bleibt lange unbehandelt, weil die vorhandenen Kapazitäten von Privatpatient:innen beansprucht werden. Die neuen Vergütungsregeln werden die Situation verschlimmern. Die Zwei-Klassen-Medizin wird so weiter zementiert", erklärt Evelyn Schötz, Sprecherin für psychische Gesundheit der Fraktion Die Linke im Bundestag, zu den beschlossenen Honorarkürzungen für psychotherapeutische Leistungen. Schötz weiter:
"Dass der Rotstift gerade hier angesetzt wird, ist angesichts der Krise der mentalen Gesundheit im Land fatal. Die Folgekosten von Nicht-Behandlungen und Chronifizierung sind schon jetzt immens – für die Betroffenen, die Sozialkassen und den Arbeitsmarkt. Einsparungen bei ambulanten Therapien heute führen häufig zu teureren Krankenhausbehandlungen morgen. Statt nur auf Spareffekte zu schielen, brauchen wir solidarische Lösungen, um die Versorgungskrise im Bereich der psychischen Erkrankungen zu lösen. Hohe Einkommen und Kapitalerträge müssen in die Finanzierung einbezogen werden. Es muss eine therapeutische Grundversorgung für alle geben, die sie brauchen. Das darf nicht vom Versicherungsstatus oder Kontostand abhängen."
