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Rente mit 70? - Geht an der Lebensrealität vorbei

Pressemitteilung von Sarah Vollath,

„Es ist keine Überraschung, dass ein Gremium aus Professor:innen und Politiker:innen auf die Idee kommt, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre zu erhöhen. In ihren Jobs ist das vielleicht möglich – für einen Krankenpfleger oder eine Dachdeckerin, die schon mit Beginn der Ausbildung hart körperlich arbeiten, geht der Vorschlag allerdings völlig an der Lebensrealität vorbei. Schon jetzt gehen viele Menschen früher in Rente, weil es körperlich oder mental nicht mehr geht. Dafür müssen sie teils hohe Abschläge in Kauf nehmen“, sagt Sarah Vollath, rentenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, zu Überlegungen der Rentenkommission zur Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Vollath weiter: 

„Gerade diejenigen, die mit ihrer Arbeit Tag für Tag unseren Wohlstand erwirtschaften, verdienen eine gute Rente, mit der sie ihren Ruhestand noch einige Jahre genießen können. Statt immer nur bei den Rentner:innen anzusetzen, würde ich mich zur Abwechslung über Vorschläge der Rentenkommission dazu freuen, wie die Rente tatsächlich gerecht und langfristig finanziert werden kann. Eine Erwerbstätigenversicherung, in die endlich alle – auch Beamte und Politiker:innen – einzahlen, wäre ein erster wichtiger Schritt. Zudem sollten Arbeitgeber:innen stärker an der Finanzierung der Rente beteiligt werden. Die Beschäftigten schultern nicht nur 50 Prozent des Beitragssatzes zur gesetzlichen Rentenversicherung, sondern auch den Großteil der betrieblichen und privaten Altersvorsorge. Das ist insgesamt weit mehr als die Hälfte. Es ist höchste Zeit, dass die Arbeitgeber:innen wieder mehr Verantwortung für die Absicherung ihrer Beschäftigten übernehmen. Das ist rechtlich zulässig und wird etwa in unserem Nachbarland Österreich schon so gehandhabt. Wir als Linke fordern die schrittweise Anhebung des Arbeitgeberanteils von 50 auf 60 Prozent.“