Christian Görke, sport- und finanzpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Bundestag, zur 21-fachen Überzeichnung des Programms zur Sportstätten-Sanierung:
"Die jetzt bekanntgewordene extreme Überzeichnung des Bundesprogramms zur Sanierung kommunaler Sportstätten ist ein Offenbarungseid der Bundesregierung - und bestätigt genau das, wovor wir seit Jahren warnen. Über 3.600 Projektanmeldungen und mehr als 7,5 Milliarden Euro beantragten Fördermitteln stehen gerade einmal 333 Millionen Euro gegenüber - das ist keine verlässliche Infrastrukturstrategie, sondern eine Lotterie. Während der Investitionsstau bundesweit mehr als 30 Milliarden Euro beträgt, verkauft die Bundesregierung eine nicht ausfinanzierte ‚Sportmilliarde‘ als großen Wurf. Dabei deckt sie nachweislich nicht einmal den Bedarf der Länder Brandenburg und Berlin, der allein bei 1,4 Milliarden Euro liegt. Wenn trotz komplizierter Antragsbedingungen ein 21-fach überzeichnetes Programm entsteht, ist klar: Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs. Die Linke fordert deshalb endlich ein dauerhaftes, jährlich mindestens milliardenschweres Investitionsprogramm für kommunale Sportstätten - alles andere ist Etikettenschwindel auf dem Rücken von Vereinen, Kindern und Ehrenamtlichen. Denn wer Olympia-Visionen vollmundig unterstützt, übernimmt damit auch Verantwortung für intakte Sporthallen, Schwimmbäder und Schulsportplätze im ganzen Land. Solange die Bundesregierung diesen Investitionsstau nicht konsequent angeht, bleibt ihre Olympia-Euphorie nichts als symbolische Schaufensterpolitik - und gegenüber Sportdeutschland schlicht heuchlerisch."
