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Die Zeit für zukunftsfeste Jobs ist jetzt!

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Die Konzerne der Autoindustrie haben sich bereichert, anstatt in die Zukunft zu investieren. Beschäftigten bangen um ihre Existenz und die Regierung lässt sie im Regen stehen. Um Jobs und Standorte zu retten, müssen wir die Industrie jetzt zukunftssicher und klimaneutral umbauen. 

In den letzten Jahren haben Auto-Konzerne Milliardengewinne gemacht, aber kaum in einen zukunftsfähigen, klimaneutralen Umbau ihrer Produktion investiert. Sie haben allem ihre Aktionäre mit satten Dividenden beschenkt und ihren Managern hohe Boni ausgezahlt. Die Quittung kommt jetzt: Die Autoindustrie steckt in einer schweren Krise. Zahlreiche Standorte sind bedroht – und wenn die industrielle Basis wegbricht, bangen ganze Regionen um ihre Zukunft. Viele Beschäftigte stehen vor massiven Unsicherheiten, wenn in der Autoindustrie jetzt zehntausende tarifgebundene Arbeitsplätze wegfallen.

Diese Krise ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von fatalen Entscheidungen, die in der Politik und den Chefetagen der Konzerne gefällt wurden. Die Strategie der „Technologieoffenheit“ der Bundesregierung war ein Freibrief zum Nichtstun: Sie hat es bis heute versäumt, einen Plan für eine ambitionierte Industriepolitik, die Standorte sichert und sie klimaneutral umbaut, zu erarbeiten. Und die Konzerne an teuren E‑SUVs und Luxusmodellen fest. Dabei bleiben bezahlbare, klimafreundliche Fahrzeuge und der Ausbau des ÖPNV auf der Strecke.

Wir sagen: Die Zukunft der Industrie liegt nicht in Massenentlassungen oder der Umstellung auf militärische Produktion. Werke, die heute von Schließungen bedroht sind, müssen zu Standorten für eine zivile, klimaneutrale Mobilitätsindustrie werden. Statt Panzer und Luxuskarossen brauchen wir E‑Busse, Schienenfahrzeuge, Batteriezellen, Solartechnik und bezahlbare Klein- und Kompaktwagen, die sich die breite Mehrheit auch leisten können.

Deswegen fordern wir einen staatlichen Transformationsfonds von mindestens 20 Milliarden Euro pro Jahr. Dieses Geld darf es nicht bedingungslos an Konzerne vergeben werden, sondern soll nur Betrieben zufließen, die Arbeitsplätze und Standorte sichern, Tarifverträge einhalten und echte Transformationspläne vorlegen. Wer öffentliche Unterstützung bekommt, muss seine Produktion nach sozial‑ökologischen Kriterien umbauen.

Wer heute in einem bedrohten Werk arbeitet, braucht Sicherheit für die Zukunft. Deshalb fordern wir einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung, betriebliche Zukunftswerkstätten und starke Mitbestimmungsrechte. Denn der klimaneutrale Umbau der Industrie darf nicht über die Köpfe der Beschäftigten hinweg organisiert werden. Wenn es um Investitionen, Produktionsumstellungen und Klimafragen geht, müssen Betriebsräte mit am Tisch sitzen.

Gleichzeitig müssen Bus- und Bahnangebote massiv ausgebaut werden, besonders im ländlichen Raum, wo vielen Menschen eine Alternative zum Auto fehlt. Unser Ziel ist klar: Bis 2030 sollen die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr und auf der Schiene sowie die Transportmenge des Schienengüterverkehrs verdoppelt werden. Das ist möglich, wenn wir entsprechend in Personal und Infrastruktur investieren.

Klimafreundliche Mobilität darf kein Luxusgut sein. Deswegen fordern wir soziale Entlastung: Mit einem Förderprogramm soll die Anschaffung oder das Leasing kompakter E‑Autos und kleiner Nutzfahrzeuge sozial gestaffelt unterstützt werden, gerade für Handwerksbetriebe, Pflegedienste und Menschen im ländlichen Raum. Damit über das Schicksal ganzer Regionen nicht nur in Vorstandsetagen und Ministerien entschieden wird, fordern wir Transformationsräte, in denen Gewerkschaften, Betriebsräte, Umweltverbände, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an einem Tisch sitzen.

Gerade erleben wir, wie die Autoindustrie im Sinne der Konzerninteressen umgebaut wird – und das bedeutet Werksschließungen, Massenentlassungen und eine Konversion zu militärischer Produktion. Doch diese Zukunft ist nicht alternativlos. Wir können die Autoindustrie sozial und ökologisch transformieren und gleichzeitig Arbeitsplätze sichern, die Rechte der Beschäftigten stärken und die Verkehrswende vorantreiben. Die Zeit dafür ist jetzt.

Unser Antrag: "Jetzt handeln – Die Zukunft der Automobilindustrie sozial und ökologisch gestalten"