Zehntausende Menschen werden sich der Neugründung der rechtsextremen Jungen Alternative in Gießen an diesem Wochenende entgegenstellen. Die Fraktion Die Linke unterstützt den Protest vor Ort.
Die Gründung eines offen rechtsradikalen Jugendverbands darf keine Normalität sein. Darum ruft das Bündnis widersetzen zum friedlichen Protest. Aus dem ganzen Land werden Zehntausende Menschen am Samstag, den 29.11., in Gießen erwartet, die sich dem Gründungskongress des neuen Jugendverbands der AfD entgegenstellen. Auch zahlreiche Abgeordnete der Linksfraktion werden vor Ort sein und die Demonstrationen als parlamentarische Beobachter:innen unterstützen. Das ist umso wichtiger, weil die lokalen Behörden und die CDU-geführte Landesregierung bereits angekündigt haben, den Kongress großräumig von Protesten abzuschirmen.
Am Montag traten die Fraktionsvorsitzenden der Linken im Bundestag Heidi Reichinnek und Sören Pellmann gemeinsam mit Suraj Mailitafi, einem der Sprecher von widersetzen vor die Presse. Mailitafi machte deutlich, dass es breite Bündnisse im Kampf gegen die AfD braucht – und dass auf die Bundesregierung dabei kein Verlass ist: „Wir erleben einen Überbietungswettbewerb rechter Rhetorik und Politik bei den sogenannten Parteien der Mitte. Die menschenverachtende Politik von Merz spaltet die Gesellschaft, indem sie alles kaputtspart: vom sozialen Wohnungsbau bis zu Angeboten von Bildung und Integration.“
Auch für Luigi Pantisano, der sich als MdB der Linkfraktion an den Protesten beteiligt, ist klar, dass die AfD nur durch eine solidarische Politik zu bekämpfen ist: „Die Politik der AfD richtet sich gegen uns alle, als hart arbeitende Menschen die täglich das Land am Laufen halten. Unterstützt wird sie schon lange von Managern und Unternehmern, wie zuletzt durch den Verband der Familienunternehmer. Sie trifft uns nicht alle gleich, aber zusammen sind wir mehr – niemals allein, immer gemeinsam."
Die AfD hatte ihren Jugendverband „Junge Alternative“ im März dieses Jahres aufgelöst: Er wurde vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Ein damit drohendes Verbot will man nun umgehen – indem sich die rechtsextremen Nachwuchskader unter einem neuen Dach versammeln. Um das zu verhindern, ruft das Bündnis zum gemeinsamen Protest und organisiert die Anreise aus zahlreichen deutschen Städten.
