Frauen, die ihre Wohnung verlieren, erleben massive Gewalt. Doch sie fallen durchs Raster der Hilfsysteme. Um sie zu schützen, fordert die Linksfraktion gezielte Unterstützung: Sichere Räume, passende Hilfsangebote, Schutz vor Gewalt.
Wohnungslose Frauen flüchten häufig vor massiver häuslicher Gewalt, ob in der Herkunftsfamilie oder der Partnerschaft. Auf der Straße sind sie besonders vulnerabel: 62% der obdachlosen Frauen erleben dort erneut Gewalt, etwa durch sexuelle Übergriffe.
Dabei kennen wir nur die Spitze des Eisbergs: Wie eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag aufdeckt, gibt es nur lückenhafte Daten zur Anzahl und zur Situation wohnungsloser Frauen. Denn viele von ihnen leben in sogenannter verdeckter Wohnungslosigkeit: Sie schlafen bei Bekannten, kommen in fremden Wohnungen unter und begeben sich in massive Abhängigkeiten. Auch Notunterkünfte sind oft gefährliche Orte für sie. Weil die Angebote der Wohnungslosenhilfe sie häufig nicht erreichen, sind die Frauen sprichwörtlich ohne Anlaufstelle – es gibt keine Struktur, die sie auffangen kann.
Darum braucht es dringend Angebote, die auf ihre Situation zugeschnitten sind: Tagestreffs für Frauen, Fachberatungsstellen und wohnbegleitende Hilfen. Zudem mangelt es bundesweit an Notunterkünften für Frauen und Frauenhäusern. Zwischen dem Hilfesystem bei häuslicher Gewalt und der Wohnungslosenhilfe fehlen die Schnittstellen: Wer aus dem Frauenhaus auszieht, findet oft keine bezahlbare Wohnung. Unterdessen gleicht die Finanzierung dieser Angebote einem Flickenteppich. Der Zugang zu Schutzräumen und Beratung scheitert oft, weil Kommunen und Länder über die Kostenübernahme streiten.
In ihrem Nationalen Plan gegen Wohnungslosigkeit hat die Regierung das Problem anerkannt und Maßnahmen versprochen. Doch bisher wurden weder Strategien entwickelt noch Mittel zur Verfügung gestellt. Um Druck zu machen, bringt die Linksfraktion nun einen Antrag in den Bundestag ein. Sie fordert die Bundesregierung auf, den Worten Taten folgen zu lassen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Zentrale Forderung ist ein Programm für den flächendeckenden Ausbau von ausreichend geschlechtergetrennten Notunterkünften, mit abschließbaren Zimmern, eigenen Sanitärbereichen, eigenen Gewaltschutzkonzepten und speziellen Hilfsangeboten. Darüber hinaus müssen bessere Daten zur Situation von Frauen in Not erhoben werden.
Doch es braucht nicht nur Hilfs- und Notprogramme. Es braucht auch Wohnungen – damit weder Frauen noch Männer in die Lage kommen, um Hilfe zu bitten. Die Linksfraktion kämpft seit Jahren für bezahlbare Mieten und einen Ausbau öffentlicher und sozialer Wohnungen. Sozialer Wohnraum muss dabei vor allem denen offen stehen, die ihn am allerdringendsten brauchen. Darum fordert die Fraktion spezielle Kontingente für Frauen in Not.
Der Antrag der Linksfraktion zum Nachlesen
