„Entscheidend ist für mich, dass bei der Subventionsvergabe zwei Umstände berücksichtigt werden: Erstens wie viele Arbeitsplätze ein Betrieb bereitstellt und wie sicher und sozial diese gestaltet sind. Landwirtschaftliche Betriebe, die gerechte Löhne zahlen und sichere Beschäftigung bieten, dürfen nicht benachteiligt werden. Zweitens muss sichergestellt werden, dass frei werdende Mittel gezielt in nachhaltige Landwirtschaft sowie in die regionale Wertschöpfung investiert werden. Sie dürfen nicht von den ostdeutschen Bundesländern in andere Bundesländer abfließen mit der Begründung, dass dort eher großflächigere Strukturen vorhanden sind“, Ina Latendorf, Parlamentarische Geschäftsführerin und agrarpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP). Latendorf weiter:
„Die Deckelung der flächengebundenen Direktzahlungen ist ein längst überfälliger Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit in der Förderung. Das Eigentum an Grund und Boden darf kein alleiniges Förderkriterium sein. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auch hierdurch Boden zum Spekulationsobjekt wurde. Insoweit ist es konsequent, dass Zahlungen ab einer bestimmten Betriebsfläche schrittweise reduziert und gedeckelt werden sollen – auch um dem Höfesterben der kleinen und mittleren Betriebe entgegenzuwirken. Bisher wurden diese tatsächlich durch die flächengebundenen Zahlungen benachteiligt und der Aufkauf durch größere Betriebe politisch befeuert.“
