Was wird nach der Pandemie sein? Insgesamt brauchen die queeren Communities besonders nach Corona mehr Schutzräume, mehr Sicherheit und mehr Teilhabemöglichkeiten. Die Vulnerabilitäten werden nicht abnehmen, im Gegenteil. Wir müssen jetzt hinsehen und handeln. Die Krise ist nur ein Brandbeschleuniger, weil nicht Liebe und Mitgefühl, sondern Klasse und Konsum der bröckelnde Kit der Community ist.

Im Kontext der Covid-19-Eindämmungsmaßnahmen ist zu befürchten, dass in vielen der verbleibenden 70 Ländern, in denen einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Sex kriminalisiert wird, staatliche Stellen die jetzigen Eindämmungsmaßnahmen als Vorwand für Repressalien an LSBTI* Menschen verwenden. Auch deswegen braucht es Solidarität über Identitäts-, Staats- und Kontinentsgrenzen hinweg.
Auf den ersten Blick erscheint die Situation auf dem afrikanischen Kontinent im Vergleich zu europäischen Ländern bisher nicht so schlimm. Die Statistik spricht von mehr als 60.000 registrierten Infektionen und von über 2.200 Todesfälle aufgrund von Covid-19. Doch der Schein trügt. In den wenigen Ländern, in denen das systematische Testen begann, schnellen die Zahlen in die Höhe.
Die Situation, in der wir stecken, ist durchaus mit der frühen Aidskrise Mitte der 1980-er Jahre vergleichbar. Damals wussten die Fachleute ähnlich wenig über HIV, die Debatten waren ähnlich heftig und alle tasteten sich mühsam an eine neue Wirklichkeit heran. Diese Erfahrung kann für alle auch in der Covid-Krise äußerst hilfreich werden. Die LGBTI*-Community besitzt einen Informations- und Erfahrungsvorsprung, den sie in die gesamtgesellschaftliche Debatte einbringen kann und sollte.
Clubs stehen nicht nur für rauschende Feste und durchtanzte Nächte, sondern auch für kulturelle Vielfalt. Sie sind wichtige Freiräume, gerade auch für LGBTIQ* in einer heteronormativen Gesellschaft. Viele Clubs sind seit Längerem durch Mietenwahnsinn und Gentrifizierung in ihrer Existenz gefährdet. Deshalb fordert die Fraktion DIE LINKE im Bundestag die Anerkennung von Clubs als Kulturstätten.
Marcel Weber, Geschäftsführer des Berliner SchwuZ und Vorstandsmitglied der Berliner Club Commission im Gespräch über die Auswirkungen der Corona-Krise für Clubs.
Nachdem wir im Jahr 2019 auf CSDs und Bühnen, in Clubs und Medien stolze 50 Jahre Stonewall gefeiert haben, stehen wir in diesem Jahr da wie nach einem Schicksalsschlag. Mitten in einer Gesamtsituation, die heftige Verluste mit sich bringt und brachte, auch nicht vorbei ist und alle Pläne und Perspektiven auf den Kopf stellt. Corona zeigt, wie reformbedürftig unsere Gesundheits- und Wirtschaftssysteme sind, das warenproduzierendes Patriachat, viele Arbeits- und Rollenverhältnisse, aber auch wie…
Im Gespräch dem Dlf beharrte der Co-Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, darauf, dass es kein Lockerungswettlauf geben dürfe und Lockerungen möglichst koordiniert erfolgen sollten. Die aktuellen Reaktionen auf die Ankündigung des thüringischen Ministerpräsidenten hätten aber mit dessen Plänen nichts zu tun. Ramelow plädiere nicht dafür, die Abstandsregeln oder die Maskenpflicht generell abzuschaffen, sondern er plädiere für eine Regionalisierung. Dort wo es Infektionsfälle gebe, müsse konsequent gehandelt werden. Aber dort, wo es seit Wochen keine Infektionen aufgetreten seien, müssten Freiheits- und Grundgesetzeinschränkungen aufgehoben werden.
Dietmar Bartsch will dafür kämpfen, dass die Kosten der Corona-Krise nicht dort abgewälzt werden, wo der geringste Widerstand ist – bei Kindern und Familien.
Die aufziehende Wirtschaftskrise könnte verheerende soziale Folgen haben. Umso wichtiger ist, dass nicht allein Normalbürger und Geringverdiener für die Kosten der Krise aufkommen. Vor allem aber brauchen die Bürger die Gewissheit: Der Sozialstaat wird für sie da sein, wenn sie ihn brauchen, schreibt Dietmar Bartsch in einem Gastbeitrag für n-tv.