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Linke fordert Stärkung unabhängiger Verlage

von David Schliesing,

Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Anträge der AfD sind eigentlich fast immer für zwei Dinge ein guter Indikator. Erstens erkennt man daran das Ausmaß der ideologischen Verblendung und den wahnhaften Hass auf alles, was nicht in ihr rechtes Weltbild passt. Und zweitens können sie einem als Gradmesser dafür dienen, welche politischen Positionen, angegriffenen Gruppen oder Institutionen aktuell dringend die Unterstützung aller Demokratinnen und Demokraten bräuchten.

(Beifall bei der Linken)

Es freut mich daher sehr, dass auch in diesem Jahr 85 kleine und unabhängige Verlagshäuser im Rahmen des achten Deutschen Verlagspreises für ihre hervorragende Arbeit ausgezeichnet worden sind. Davon konnte man nach dem skandalösen Agieren und den gezielten Einmischungen in die Kulturfreiheit durch den Kulturstaatsminister im letzten Jahr nicht unbedingt ausgehen. Die Einsetzung eines Kontrollgremiums, das die Entscheidung der Verlagsjury im Kern unter Generalverdacht stellt, ist nach wie vor inakzeptabel und muss revidiert werden.

(Beifall bei der Linken sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Aber zurück zum Preis. Dieser würdigt die wichtige Arbeit der Verlage, die finanziell seit vielen Jahren immer knapp vor dem Aus stehen. Dies darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir es hier nur mit einem Notbehelf zu tun haben; denn den Verlagen muss noch ganz anders geholfen werden. Ich war letzte Woche bei der Eröffnung der Buchmesse. Und die Botschaft, die ich aus ganz vielen Gesprächen mitbekommen habe, war klar: Damit die Vielfalt unserer Buchbranche erhalten bleibt, brauchen wir nicht nur endlich eine strukturelle Verlagsförderung, sondern auch eine schnellstmögliche Regelung gegen die KI-Piraterie, gegen die unerlaubte Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke durch die KI-Techkonzerne.

(Beifall bei der Linken sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Völliges Unverständnis herrschte außerdem darüber, dass die Koalition ausgerechnet die Leseförderung zusammenkürzt. Auf so eine Idee kommt man eigentlich nur, wenn man weder Interesse an informierten, klugen Menschen noch an der Buchbranche hat. Aber noch können Sie diese Fehlentscheidung korrigieren.

Bücher stehen für Vielfalt, Freiheit und Empathie. Lesen Sie Bücher, kaufen Sie Bücher und unterstützen Sie Ihre Buchhandlungen vor Ort! Und vor allem: Beherzigen Sie den Rat der Broilers – ich zitiere –: Leben Sie so, dass die AfD etwas dagegen hat!

Vielen Dank.

(Beifall bei der Linken sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)