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Eltern entlasten, Kinderarmut bekämpfen: für ein kostenloses Mittagessen in allen Schulen und Kitas

von Ina Latendorf,

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Etwa 14 Millionen Kinder und Jugendliche gehen in Deutschland in die Kita und zur Schule. Knapp ein Viertel davon ist von Armut und sozialer Ausgrenzung gefährdet. Diesen Zustand werden wir Linken niemals schweigend hinnehmen.

(Beifall bei der Linken)

Deshalb fordern wir auch in dieser Legislaturperiode ein kostenfreies, leckeres und vor allem gesundes Mittagessen in Kitas und Schulen. Denn es ist insbesondere Ernährungsarmut, die die Chancen von Kindern und Jugendlichen früh verspielt. Mit knurrendem Magen lernt man schlecht. Der neueste alarmierende Bericht von UNICEF bestätigt zudem: Knapp die Hälfte der in Armut lebenden Kinder zählt als nicht gesund.

Gesundes Essen, das ist kein Almosen, das ist ein Menschenrecht. Es wird zu oft mit Füßen getreten, auch in einem so reichen Land wie Deutschland. Dabei geht es um viel mehr als um das Essen selbst. Es geht um Gemeinschaft ohne Stigmatisierung. Es geht um das Lernen über Ernährung und Zubereitung. Dass nur noch ein knappes Fünftel der Ganztagsschulen eigene Küchen hat, ist ein Armutszeugnis.

(Beifall bei der Linken sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)

Die Bundesregierung überbietet sich momentan fast täglich mit neuen Kürzungsvorschlägen im Gesundheitsbereich. Ein kostenloses und gesundes Mittagessen kann verhindern, dass viele Krankheiten überhaupt erst entstehen. Das würde Milliarden einsparen. Aber klar: Warum entlasten, wenn man auch kürzen kann?

Meine Damen und Herren, wenn ich mit Landwirtinnen und Landwirten in Mecklenburg-Vorpommern spreche, ist eine Kernforderung immer dieselbe: Planungssicherheit. Genau das bietet unser Konzept bei der Verpflegung in öffentlichen Einrichtungen ebenfalls: einen garantierten Absatzmarkt für regionale und ökologisch erzeugte Produkte, angemessene Preise das ganze Jahr über.

(Beifall bei der Linken)

Planungssicherheit und Zukunftsfähigkeit sind das Gebot der Stunde. Unser Antrag fordert das, was der Bürgerrat „Ernährung im Wandel“ auf seiner Prioritätenliste ganz oben stehen hat. Dass es unseren Antrag überhaupt braucht, zeigt, wie sehr die Politik an den Bedürfnissen der Menschen in diesem Land vorbeigeht.

(Beifall bei der Linken)

Ich bin davon überzeugt: Eine Bundesregierung, die genug Geld für Steuergeschenke an Fast-Food-Konzerne wie McDonald’s hat, die hat auch das Geld, um für eine angemessene Ernährung für Kinder und Jugendliche zu sorgen – auch wenn diese Jugendlichen keine große Lobby haben, um CDU-Parteitage zu sponsern wie die anderen.

Laut „Handelsblatt“ könnten die Lebensmittelpreise im Herbst um bis zu 0,8 Prozent steigen – pro Monat. Ich habe von Ihnen noch keinen überzeugenden Vorschlag für dieses Problem gehört. Wir Linken helfen gerne mit unseren Vorschlägen für die Menschen in unserem Land.

Vielen Dank.

(Beifall bei der Linken)