"Während die Bundesregierung mit Hilfe der Rentenkommission bei der gesetzlichen Rente den Rotstift ansetzt, scheint für die Frühstartrente plötzlich Geld im Überfluss da zu sein. Das ist eine völlig falsche Prioritätensetzung. Wer Beschäftigten zumutet, länger zu arbeiten und dabei gleichzeitig Leistungen im Alter zusammenstreicht, kann sich nicht mit symbolischen Sparplänen für Kinder aus der Verantwortung stehlen. Statt die gesetzliche Rente zu stärken, wird weiter an ihr gesägt, während neue kapitalgedeckte Modelle als Heilsversprechen verkauft werden. Das zeigt einmal mehr, für wen diese Regierung Politik macht: Sie stärkt neoliberale Wunschprojekte und die Interessen der Finanzbranche. Gleichzeitig bleiben Beschäftigte und Rentner:innen auf der Strecke. Wer Altersarmut ernsthaft bekämpfen will, muss die gesetzliche Rente ausbauen, anstatt den Sozialstaat Stück für Stück zu demontieren", erklärt Sarah Vollath, rentenpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke im Bundestag, zum veröffentlichten Gesetzentwurf zur Frühstartrente. Tamara Mazzi, haushaltspolitische Sprecherin für Arbeit und Soziales der Fraktion, ergänzt:
"Die Frühstartrente kann die Probleme des Rentensystems nicht lösen. In der gesetzlichen Rente hingegen wären die eingesetzten Mittel sofort wirksam. In die Frühstartrente muss jahrzehntelang eingezahlt werden – eine verlässliche Absicherung im Alter garantiert sie trotzdem nicht. Gerade Kinder aus ärmeren Familien wird die Frühstartrente nicht davor bewahren, auch im Alter von Armut bedroht zu sein. Im sozialen Bereich wird im Bundeshaushalt jeder Euro zweimal umgedreht, bei der gesetzlichen Rente wird über Leistungskürzungen diskutiert. Gleichzeitig bringt die Regierung ein Prestigeprojekt auf den Weg, das niemandem Sicherheit gibt. Das ist keine Politik für die vielen, die auf eine verlässliche Rente angewiesen sind, sondern für die wenigen, die sich Altersvorsorge ohnehin leisten können."
