„Die Vorlage einer deutschen Militärstrategie als Gesamtkonzeption für die Landes- und Bündnisverteidigung ist angesichts der realen Bedrohungslage durch die Aggressionspolitik Russlands folgerichtig und notwendig. Was jedoch absolut nicht notwendig ist: Dass Deutschland, 81 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs eine neue militärische Führungsrolle in Europa anstrebt, und damit militärische Großmacht werden will“, kritisiert Ulrich Thoden, verteidigungspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Bundestag. Thoden weiter:
„So soll die Bundeswehr zur konventionell stärksten Armee in Europa aufgerüstet werden, die ihren Gegnern nicht nur ebenbürtig, sondern ausdrücklich technologisch überlegen ist. Das Ziel ist militärische Überlegenheit, die eine konfrontative Aufrüstungsspirale lostreten und gerade kein stabiles Kräftegleichgewicht erzeugen wird. Hinzu kommt, dass die ambitionierten Personalaufwuchspläne für die Bundeswehr ohne Rückkehr zur Wehrpflicht auf Sand gebaut sind, was Pistorius' Beteuerungen für den freiwilligen Wehrdienst Lügen straft. Problematisch ist zudem, dass weite Teile des Dokuments für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.
Wir als Linke lehnen die geschichtsvergessene Wiederauferstehung des deutschen Militarismus unter einem sozialdemokratischen Verteidigungsminister ab. Dieser Militarismus wird Deutschland und Europa nicht sicherer, sondern zum potenziellen Schauplatz eines großen europäischen Krieges machen.“
