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Die Notstandsverwaltung auf dem Rücken der Beschäftigten muss enden

Pressemitteilung von Stella Merendino,

Zum Barmer-Krankenhausreport und der bundesweiten Aktionswoche der Bundesvertretung der Medizinstudierenden für eine faire Vergütung im Praktischen Jahr (PJ) erklärt Stella Merendino, Sprecherin für Krankenhaus- und Notfallversorgung:

„Heute diskutieren wir über überlastete Notaufnahmen. Morgen gehen die angehenden Ärzt:innen auf die Straße, die dieses Gesundheitssystem künftig am Laufen halten sollen. Deutlicher kann man das politische Versagen kaum vor Augen geführt bekommen. Natürlich brauchen wir eine bessere Verzahnung von Notaufnahmen, Rettungsdienst und ambulanter Versorgung. Aber wir dürfen das Versagen der Versorgungsstrukturen nicht zum Fehlverhalten der Patient:innen umdeuten: Es bringt nichts, Patient:innen an eine Arztpraxis zu verweisen, die keine Termine hat. Und eine Notaufnahme kann nicht entlastet werden, wenn Patient:innen mangels freier Betten nicht auf Station verlegt werden. Notaufnahmen müssen endlich bedarfsgerecht finanziert, ausreichend Personalstellen geschaffen und die ambulante Akutversorgung tatsächlich erreichbar gemacht werden.

Die Notstandsverwaltung auf dem Rücken der Beschäftigten und des Nachwuchses muss enden. Darum gilt unsere Solidarität allen Medizinstudierenden, die in dieser Woche bundesweit für bessere Bedingungen auf die Straße gehen. Es ist inakzeptabel, dass angehende Ärzt:innen ein ganzes Jahr in Vollzeit in unseren Krankenhäusern mitarbeiten sollen, ohne dafür angemessen bezahlt zu werden. Tagsüber Patient:innen versorgen, abends im Nebenjob die Miete verdienen - das ist für viele Studierende im Praktischen Jahr bittere Realität. Die Bundesregierung muss endlich eine bundesweit verbindliche PJ-Vergütung mindestens in Höhe des BAföG-Höchstsatzes sicherstellen und die Refinanzierung regeln. Wir brauchen geschützte Lernzeiten, qualifizierte Anleitung und verbindliche Ausbildungsstandards.“