Desiree Becker, stellvertretende Vorsitzende und Sprecherin für Friedens- und Abrüstungspolitik der Fraktion Die Linke im Bundestag, zur Ankündigung der US-Regierung, Waffen im Weltraum stationiert zu haben: „Lediglich der Zeitpunkt der Ankündigung der US-Regierung war überraschend, der Inhalt leider nicht. Während die Bundesregierung vor den möglichen Weltraumwaffen Russlands und Chinas warnt, haben die USA bereits Tatsachen geschaffen und Waffen im Weltraum stationiert. Mit kritischen Worten in Richtung der USA wird nicht zu rechnen sein. Die Bundesregierung will nach Möglichkeit vor allem eins: Gleichziehen. Hyperschallgleiter, kinetische Wirkmittel und Trägersysteme stehen auf der Wunschliste. Dafür sollen im Verteidigungshaushalt dieser Bundesregierung mehr als 30 Milliarden Euro in Aussicht gestellt werden.
Mit der Ankündigung der USA dürfte, zumindest mittelfristig, die letzte Chance auf einen waffenfreien Weltraum verschwunden sein. Die Staatengemeinschaft hat die militärische Dimension des Weltraums über Jahre vernachlässigt und bekommt nun die Rechnung präsentiert. Mehr Abrüstung und Rüstungskontrolle wären möglich gewesen. Die Bundesregierung hätte zumindest auf die Vorschläge von Russland und China als Anfangspunkt für Gespräche eingehen können.
Stattdessen haben Deutschland und andere NATO-Staaten die Chance gewittert, im Windschatten der USA selber eine Junior-Militärmacht im Weltraum zu werden. Jetzt wird die Aufrüstungsspirale im All nach Kräften angeheizt.“
