"Der Agrarhaushalt 2027 ist ein Stillstandshaushalt inmitten multipler Krisen. Während der Bundeshaushalt insgesamt um fast sechs Prozent wächst, wird ausgerechnet bei Landwirtschaft, Ernährung und ländlichen Räumen gekürzt. Nicht einmal 0,5 Prozent des Gesamthaushalts stehen für die aktive Gestaltung dieser Zukunftsaufgaben zur Verfügung. Seit 2020 sind die Lebensmittelpreise um mehr als 36 Prozent gestiegen, fast die Hälfte der Verbraucher:innen muss sich beim Einkaufen einschränken. Gleichzeitig geraten die Landwirt:innen durch sinkende Erzeugerpreise und hohe Kosten immer stärker unter Druck. Statt für Transparenz und faire Preise zu sorgen, lehnt die Bundesregierung eine Preis- und Margenbeobachtungsstelle ab", erklärt Ina Latendorf, Erste Parlamentarische Geschäftsführerin und agrarpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, zum Entwurf des Einzelplans 10 des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, der heute in den Bundestag eingebracht wird. Latendorf weiter:
"Niemand sollte Angst vor der Supermarktkasse haben, und kein landwirtschaftlicher Betrieb darf vom Preisdruck zwischen Handel und Erzeugung zerrieben werden. Wir brauchen Transparenz, faire Preise und starke regionale Wertschöpfungsketten. Besonders fatal ist der Sparkurs bei der Krisenvorsorge: Die Förderung von ökologischer Landwirtschaft und Biodiversität wird um mehr als acht Prozent gekürzt, obwohl Dürre, Hagel und andere Klimafolgen längst massive Schäden verursachen. Die Bundesregierung spart am Acker, während sie bei der Rüstung drauflegt. Das ist grundsätzlich falsche Politik."
