„Die Ergebnisse der Civey-Umfrage im Auftrag des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes machen leider nur die Spitze des Eisbergs sichtbar. Die Probleme in der hausärztlichen Versorgung, die die Menschen längst hautnah spüren, liegen tiefer: Hausärzt:innenmangel in den ländlichen Regionen, ungleiche Behandlung von privat und gesetzlich versicherten Personen, kaum Nutzung nichtärztlicher Kompetenzen – um nur einige zu nennen. Die Bundesregierung sieht tatenlos dabei zu, wie gesetzliche Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen 1,1 Milliarden Euro aus Beitragsgeldern in hochspekulative Immobilienfonds investiert und zum Teil bereits verzockt haben – Geld das für die ärztliche Versorgung der Menschen dringend gebraucht wird. Die Rechnung serviert sie den Patient:innen mit einem knallharten GKV-Spargesetz, während sie bald fast jeden dritten Steuereuro in Waffen und Aufrüstung steckt,“ sagt Julia-Christina Stange, Sprecherin für Ambulante Versorgung der Fraktion Die Linke im Bundestag, zur aktuellen Situation in den hausärztlichen Praxen.
„Wenn nun erste Praxen bereits gezwungen sind, dringend benötigtes Personal zu entlassen, dann gefährdet das nicht nur die Versorgung, sondern auch das Vertrauen der Menschen in unsere Demokratie. Genau das verdeutlicht auch die Civey-Umfrage. Während also der Hausärztinnen- und Hausärzteverband zu Recht vor dieser gefährlichen Entwicklung warnt und die Rücknahme des GKV-Spargesetzes sowie die Streichung der AU-Pflicht ab dem ersten Tag fordert, heißt es von unserem neuen Gesundheitsminister Linnemann schlicht: ,Bitte warten.‘“
