„Handel muss fair sein, auf Augenhöhe, und darf bestehende Ungleichheiten nicht weiter vertiefen. Es reicht darum nicht, wie von Kanzler Merz und Wirtschaftsministerin Reiche angekündigt, aus Brasilien nur noch mehr billige Rohstoffe, Soja und Kaffee zu kaufen und dafür teure deutsche Autos und Maschinen nach Südamerika zu verkaufen“, erklärt Charlotte Neuhäuser, Sprecherin für Globale Gerechtigkeit der Fraktion Die Linke, zu den Gesprächen von Brasiliens Präsident Lula da Silva mit Bundeskanzler Friedrich Merz anlässlich der deutsch-brasilianischen Wirtschaftstage in Hannover. Neuhäuser weiter:
„Schon heute ist die Handelsbilanz für Brasilien mit Deutschland tief im Minus. So wie es bisher läuft, wird eine nachhaltige Industrialisierung vor Ort verhindert. Wirtschaftswachstum geht stattdessen auf Kosten des Schutzes von Beschäftigten, Umwelt, Klima und Menschenrechten in Brasilien. Die Linke im Bundestag fordert darum, dass das Mercosur-Abkommen auf Eis gelegt wird. Der vorliegende Vertrag führt nicht zu mehr globaler Gerechtigkeit, sondern vertieft durch ungleiche Verteilung die Kluft zwischen Deutschland, der drittgrößten Volkswirtschaft, und dem Handelspartner Brasilien.
Im Bundestag wird die Linke darum, wie im Europaparlament auch, gegen eine Ratifizierung des Mercosur-Abkommens stimmen.“
