"Es ist ein Skandal, wenn insbesondere Sparkassen und Landesbanken die Zinssätze der Europäischen Zentralbank nicht an ihre Kund:innen weitergeben. Während Direktbanken im Schnitt rund 1 Prozent Zinsen zahlen, sind es bei Sparkassen oft nur 0,4 Prozent. Damit missbrauchen sie das Vertrauen, das Menschen in sie setzen. Vor der Finanzkrise wurden die Zinsen noch weitergegeben. Danach folgte die Niedrigzinspolitik. Und als die Zinsen wieder stiegen, wurde nicht nur die Zinsweitergabe verweigert. Schlimmer noch: Die hohen Kontoführungsgebühren blieben ebenfalls bestehen", erklärt Isabelle Vandre, Sprecherin für Bekämpfung von Finanzkriminalität und Immobilienspekulation, zur Analyse des Finanzportals Biallo zu den niedrigen durchschnittlichen Tagesgeldzinssätzen von Sparkassen. Vandre weiter:
"Die Banken verdienen daran kräftig: Laut der Bürgerbewegung Finanzwende machten Banken allein im Jahr 2023 durch Zentralbankzinsen Zusatzgewinne in Höhe von 25 Milliarden Euro, die die Banken nicht an Verbraucher:innen weitergegeben haben. Darunter leiden insbesondere Menschen mit geringem Einkommen, da ihnen hohe Grundgebühren mehr abverlangen als Wohlhabenden.
Wo das Gemeinwohlversprechen versagt, braucht es politischen Druck und klare Regeln. Statt Profite auf Kosten der Allgemeinheit zu maximieren, müssen Banken und vor allem die Sparkassen Zinserhöhungen an ihre Kund:innen weitergeben und sozial gedeckelte Basiskonten anbieten."
