"Bereits seit Februar 2026 wurde vor den zu niedrigen Füllständen der Gasspeicher gewarnt. Die Bundesregierung und insbesondere die zuständige Ministerin Reiche hatten ausreichend Zeit, tätig zu werden. Gebetsmühlenartig wurde auf die Gesetze des Marktes geschworen, die - oh Wunder, angesichts der krisenhaften Lage auf den internationalen Märkten - nun doch keine ausreichende Befüllung zustande gebracht haben.
Der Vorstoß von Sepp Müller, jetzt ausgerechnet auf Kohlekraftwerke zurückgreifen zu wollen, ist ein energie- und klimapolitischer Offenbarungseid und muss entschieden zurückgewiesen werden", erklärt Jörg Cezanne, energiepolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Bundestag, zu Diskussionen um den Umgang mit niedrigen Füllständen der Gasspeicher und dem Vorstoß von Sepp Müller, auf Kohlekraftwerke zurückgreifen zu wollen. Cezanne weiter:
"Zum einen wird das eingelagerte Gas vor allem benötigt, um im Winter die Versorgung mit Wärme zu sichern. Die Mengen, die in Gaskraftwerken benötigt werden, sind im Verhältnis dazu gering. Zum anderen ist die Abhängigkeit von fossilen Energien gerade der Grund für die Misere, in der wir uns befinden. Es sind die Erneuerbaren Energien, die derzeit die Preise stabilisieren. Es braucht daher einen Turbo für erneuerbaren Strom, Batteriespeicher und Flexibilität. Stattdessen praktiziert die Bundesregierung den realen Irrsinn und legt aktuell genau hier die Axt an. Die Zeche zahlen am Ende die Verbraucher und Verbraucherinnen und nicht zuletzt auch die deutsche Industrie, die gleichermaßen auf bezahlbare Energiekosten angewiesen ist."
