Das Deutschlandticket wird immer teurer. Viele können es sich längst nicht mehr leisten. Das 9-Euro-Ticket würde schnelle Entlastung bringen und den Umstieg auf den ÖPNV erleichtern.
Die Einführung des 9-Euro-Tickets war 2022 eine echte Entlastung für viele Menschen. Auch wenn die Regierung es damals versäumt hat, entsprechend auch das Angebot des ÖPNV auszubauen – das Ticket war ein Anfang. Es hat vielen den Einstieg und Umstieg in den ÖPNV erleichtert. Und: Es hat dafür gesorgt, dass auch Menschen mit wenig Einkommen mobiler sein können.
Doch diese Entlastung ist längst Vergangenheit. Im Frühjahr 2023 wurde statt des 9-Euro-Tickets das 49-Euro-Ticket eingeführt. Weil der Bund seinen Finanzierungsanteil in Höhe von 1,5 Milliarden Euro nicht anheben will, wurde der Preis Anfang 2025 auf 58 Euro angehoben. In diesem Jahr wanderte er weiter nach oben, auf jetzt 63 Euro. Viele Menschen können sich das Deutschlandticket längst nicht mehr leisten. Mit der Erhöhung um 9 Euro auf 58 Euro im letzten Jahr haben rund 700.000 Menschen das Ticket gekündigt. Die Idee eines preisgünstigen Tickets für alle geriet Stück für Stück aufs Abstellgleis.
Gerade angesichts explodierender Spritpreise müssen die Menschen aber schnell entlastet werden. Nicht nur an den Tankstellen, sondern auch und gerade, wenn sie Bus und Bahn nutzen. Darum fordern wir die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets als sofort wirksame Maßnahme. Darüber hinaus wollen wir für Schülerinnen und Schüler, Studierende und Auszubildende sowie Seniorinnen und Senioren ein 0-Euro-Ticket. Langfristig zielt unsere Politik darauf, den ÖPNV kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
Denn Bus und Bahn sind kein privates Geschäftsmodell. Sie sind eine gesellschaftliche Aufgabe: die Voraussetzung dafür, dass alle Menschen ihren Alltag zuverlässig bewältigen können. Und sie sind unverzichtbar für den Umwelt- und Klimaschutz. Gerade die aktuelle Energiekrise zeigt, dass die Abhängigkeit von fossilen Energien teuer ist – und insbesondere diejenigen trifft, die ohnehin jeden Cent umdrehen müssen.
Doch klar ist: Wer mehr Fahrgäste will, muss auch das Angebot ausbauen und für gute Arbeitsbedingungen bei den Beschäftigten sorgen. Um allen Menschen einen Umstieg zu ermöglichen, muss das Netz weiter ausgebaut werden, insbesondere im ländlichen Raum. In vielen Regionen Deutschlands werden weiter Bahnstrecken geschlossen und Bustakte ausgedünnt. Wir fordern, dass der Bund gemeinsam mit den Ländern den Ausbau des ÖPNV entschlossen vorantreibt und mindestens die Hälfte der Mehrkosten für den Netzausbau übernimmt. Das Ziel muss sein, die Fahrgäste bis 2030 zu verdoppeln. Es wäre nicht nur ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz, sondern auch für die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen, unabhängig vom Geldbeutel.
Hier geht es zum Antrag: „Mit dem Neun-Euro-Ticket private Haushalte entlasten“
