Gespräche der Bundesregierung mit Immobilienlobby und Interessensvertretungen von Mieterinnen und Mietern
Wir wollen Ungleichgewicht der Lobby-Repräsentation von Konzernen und MIeter*innenvertretungen aufzeigen und die Schieflage skandalisieren

Wir wollen Ungleichgewicht der Lobby-Repräsentation von Konzernen und MIeter*innenvertretungen aufzeigen und die Schieflage skandalisieren
Die Bundesregierung wird nach Anzahl, Anmeldern, Orten und Teilnehmerzahlen rechter Demonstrationen gefragt. Zudem wird um Aufschlüsselung nach beteiligten Organisationen (Die Heimat, Der III. Weg, AfD, Neonazi-Kameradschaften) sowie Straftaten gebeten.
Der Erkenntnisstand zu den Konsequenzen des Klimawandels auf die Ernährungssicherheit ist unzureichend. Gesunde Lebensmittel werden wahrscheinlich unbezahlbar. Bei Obst und Gemüse in etwa besteht eine große Abhängigkeit. Wir fordern eine Agrarwende, bei der Nahrung als zentraler Teil der Daseinsvorsorge verstanden wird: Gemeinwohl vor Profitinteressen, für eine Zukunft ohne Hungern.
Das Wasserstoffprojekt "Hyphen" in Namibia wird vom deutschen Unternehmen ENERTRAG und der Bundesregierung vorangetrieben, um "grünen Wasserstoff" für die Energiewende aus Afrika nach Deutschland zu importieren. Die beim ersten Völkermord des 20. Jahrhundert von den deutschen Kolonialherren fast ausgelöschten Nama und Ovaherero wehren sich heute gegen erneute Ausbeutung von Mensch, Land und Natur durch die Profitinteressen einiger Weniger.
Der Fall der Familie Liebl aus Togo wirft grundsätzliche Fragen zum Umgang mit den Folgen kolonialen Unrechts auf. Der deutsche Arzt Georg Liebl heiratete im Jahr 1908 im damaligen deutschen Schutzgebiet Togo die Häuptlingstochter Edith Kokoé Ajavon nach örtlichem traditionellem Recht. Eine Anerkennung durch deutsche Behörden unterblieb, weil "Mischehen" zum damaligen Zeitpunkt nicht gewollt waren. Diese rassistische Diskriminierung hat negative staatsangehörigkeitsrechtliche Folgen bis heute.
Bis heute bestehen Barrieren für den Zugang zu Landtags- und Kommunalwahlen für blinde und sehbehinderte Menschen. Ein aktuelles Pilotprojekt zeigt dies exemplarisch in Bayern. Blinde und sehbehinderte Menschen können ihr Wahlrecht nicht bundesweit selbstbestimmt, geheim und gleichberechtigt ausüben. Vielmehr hängt die tatsächliche Ausgestaltung der Wahlteilnahme vom Bundesland ab. Dies steht im Spannungsverhältnis zu der UN-Behindertenrechtskonvention, insbesondere Artikel 29.
Die Raffinerie PCK in Schwedt ist seit dem Beginn des Ukrainekriegs 2022 unter Treuhandverwaltung durch den Bund, weil die Mehrheit dem russischen Konzern Rosneft gehört. Sie ist in Schwierigkeiten durch erst wegfallende Öllieferungen aus Russland und in diesem Jahr auch aus Kasachstan. Die Anfrage will den Stand der Rettung der Raffinerie abfragen.
Der Bundestag wird im Sommer erneut über die Verlängerung des deutschen Mandats zur Mission EUFOR ALTHEA entscheiden. Trotz des langjährigen Einsatzes der Bundeswehr in Bosnien und Herzegowina ist für die dort lebende Bevölkerung keine langfristige Verbesserung der Situation und der Spannungen zwischen den verschiedenen Ethnien abzusehen. Mit der Kleinen Anfrage soll die langfristige Strategie der Bundesregierung in Bosnien beleuchtet werden.
Deutschland hat seit 2004 über 115 Millionen Tonnen Steinkohle aus Kolumbien importiert. In den dortigen Steinkohle-Regionen wurden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen wie Landraub festgestellt. Ähnliche Probleme sind im Zuge der Wasserstoffproduktion in Kolumbien bekannt. 2023 hat die Bundesrepublik Deutschland eine Energiepartnerschaft mit Kolumbien unterzeichnet. Die Anfrage will die Kenntnisse der Bundesregierung zu Menschenrechten im Rahmen der Energiewende thematisieren.
Der Immobiliensektor in Deutschland ist anfällig für Geldwäsche. Studien belegen: Geldwäsche treibt Immobilienpreise nach oben, dadurch auch indirekt die Mieten. Wir fordern ein zentrales Immobilientransparenzregister als ressortübergreifende Infrastruktur: mit Eigentümeridentität, Kaufpreishistorie, Belastungen und wirtschaftlich Berechtigten hinter den Gesellschaften, aber auch Wohnungs- und Mietdaten, als Grundlage für wirksame Wohnungspolitik.