Sören Pellmann, Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Bundestag, zu Trumps Drohung, Gebühren für die Passage durch die Straße von Hormus zu fordern:
„Trumps Ankündigungen sind ein Frontalangriff auf die internationale Schifffahrt und den weltweiten Handel. Dass ein einzelner Staat - ob USA oder Iran - sich erdreistet, eine internationale Schifffahrtsstraße unter Kontrolle zu bringen und die Welt mit einem willkürlichen Zoll erpresst, ist nichts anderes als staatliche Piraterie. Das kann eine Kettenreaktion auslösen, weil andere Staaten dem Beispiel folgen. Die Bundesregierung und die EU müssen alle Hebel in Gang setzen, um das zu verhindern. Denn es ist vollkommen klar: Ein Zoll von 20 Prozent für die Straße von Hormus würde die Inflation hierzulande und weltweit anfachen. Für viele Menschen, die jetzt schon kaum über die Runden kommen, wären die Folgen fatal - auch, weil diese Bundesregierung permanent darin versagt, Menschen vor steigenden Preisen zu schützen.
Die Bundesregierung ist in ganz besonderer Weise gefordert. Sie hat darin versagt den völkerrechtswidrigen Angriff von Trump zu verurteilen. Damit hat sie sich zum Komplizen gemacht. Findet sie jetzt keine Antwort auf Trump, macht sie sich mitschuldig an weiter steigenden Preisen und dem Frontalangriff auf die freie Schifffahrt. Es braucht endlich einen Kanzler, der sich nicht wegduckt, wenn internationales Recht gebrochen wird, sondern der zusammen mit europäischen und internationalen Partnern eine groß angelegte Diplomatie-Offensive startet, denn das Chaos in der Region und die Folgen für die Welt geraten immer mehr außer Kontrolle. Es braucht diplomatischen Druck auf USA und Iran, die Kampfhandlungen endlich einzustellen und zu einer Friedenslösung zu gelangen."
