Zum Hauptinhalt springen

Kanzler begegnet den Alleinerziehenden mit Geringschätzung

Pressemitteilung von Heidi Reichinnek,

Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag, zu Äußerungen des Kanzlers zum Unterhaltsvorschuss:

"Die Aussagen des Kanzlers zum Unterhaltsvorschuss machen fassungslos. Ministerin Prien plant, Alleinerziehenden keinen Unterhaltsvorschuss zu zahlen, wenn die Kinder 16 Jahre alt werden. Die Regierung nimmt also konkret Kindern Geld weg und Merz sagt, man wolle versuchen, dass davon keine Kinder betroffen sind. Man fragt sich nur noch, ob er selbst glaubt, was er da erzählt oder ob es ihm einfach egal ist. Fakt ist, dass das Armutsrisiko in alleinerziehenden Haushalten bereits heute zwischen 40 und 50 Prozent liegt. Mit diesen Plänen verschärft die Bundesregierung die Armutsgefahr nochmal massiv. Aber der Kanzler hat natürlich noch einen tollen Tipp für Alleinerziehende: geht arbeiten! Drei Viertel der Alleinerziehenden sind berufstätig, über 40 Prozent der alleinerziehenden Mütter arbeiten bereits in Vollzeit. Damit ist der Anteil höher als bei Frauen in Paarbeziehungen und all das neben der alleinigen Pflege- und Sorgearbeit! Es ist eine bodenlose Frechheit, mit welcher Geringschätzung der Kanzler den Alleinerziehenden hier gegenübertritt. Anstatt die Alleinerziehenden und ihre Kinder zu bestrafen, sollten die säumigen Väter zur Verantwortung gezogen werden. Dazu hört man vom Kanzler wenig Konkretes. Merz hat weder Ahnung von der Leistung dieser Frauen noch den geringsten Respekt davor. Er kann ja mal ein paar Töchter fragen, was die so von seinen Aussagen halten."