Janine Wissler, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag: „Was Boris Rhein macht, ist die Normalisierung einer Partei, die die Demokratie beseitigen und Menschenrechte aushebeln will, und deren Mitglieder immer wieder im Zusammenhang mit rechtsterroristischen Strukturen auftauchen. Ich weiß nicht, welche AfD-Bundestagsabgeordneten Boris Rhein für geeignet und wählbar als Ausschussvorsitzende hält. Wer sich offen rassistisch und menschenverachtend äußert, und das tun alle Mitglieder der AfD-Fraktion, darf keine Stimme der anderen Fraktionen bekommen. Das sieht - bis jetzt - auch ein Großteil der Unionsfraktion im Bundestag so.
Offenheit für Rechtsaußen zeigen: Damit bewegt sich Boris Rhein in der unseligen Tradition der Hessen-CDU von Dregger, Kanther und Koch und er scheint konsequent eine Agenda zu verfolgen. Erst fordert er, die unsägliche Debatte über das „Stadtbild“ fortzuführen, dann droht sein Justizminister Rechtsanwälten und Staatsanwälten in Hessen, die sich für ein AfD-Verbotsverfahren ausgesprochen haben, mit dienstrechtlichen Konsequenzen, und jetzt fordert er Ausschussvorsitze für die AfD. Boris Rhein sollte sich fragen, auf welcher Seite er stehen will: Bei denen, die der Gefahr von Rechtsaußen entschieden entgegentreten, oder bei denen, die sie verharmlosen und sich zum Steigbügelhalter machen.
Und falls Herr Rhein das nicht mitbekommen hat: 2017 wurden der AfD Ausschussvorsitze im Bundestag zugestanden. So wurde Stephan Brandner Vorsitzender des Rechtsausschusses. 2019 wurde er nach wiederholten rassistischen Äußerungen, Beleidigungen und widerwärtigen Posts zum antisemitischen Anschlag auf die Synagoge Halle als Vorsitzender abgewählt. Brandner steht in der AfD nicht am Rand, sondern ganz vorne.“
