Heidi Reichinnek, Vorsitzende der Fraktion Die Linke im Bundestag, zu Klingbeils Vorschlägen zum Schutz der Autoindustrie:
"Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Ministerpräsident Olaf Lies können sich die Solidaritätsbekundungen sparen, wenn sie nicht bereit sind, am Kern des Problems anzusetzen. Denn Klingbeils Vorschläge sind zu wenig, zu spät. Die Autoindustrie vor Konkurrenz zu schützen, bringt zwar etwas mehr Atem, schützt die Beschäftigten aber nicht vor Missmanagement. Die VW-Bosse haben über Jahre auf hohe Margen und teure Autos gesetzt, um kurzfristig hohe Renditen zu erzielen, anstatt in die Zukunft des Unternehmens zu investieren und es gut aufzustellen. Allein in den letzten fünf Jahren zahlte das Unternehmen fast 30 Milliarden Euro an Dividenden aus - und jetzt stehen zehntausende Beschäftigte vor der Entlassung und ganze Werke vor der Schließung. Dieses falsche Management würden auch Klingbeils Zölle und Gemeinschaftsunternehmen nicht beheben. Wir als Linksfraktion fordern deswegen, dass Beschäftigte direkt bei den weiteren Entscheidungen zwingend mit einbezogen werden müssen. Sie kennen ihre Werke, das Produkt und haben ein größeres Interesse an der Zukunft des Unternehmens als irgendein Manager. Zusätzlich fordern wir einen staatlichen Transformationsfonds in Höhe von 20 Milliarden Euro. Diese Unterstützung gibt es aber nur mit konkreten Vorgaben, beispielsweise bezüglich der Beschäftigungssicherung. Der Staat muss raus aus der passiven Zuschauerhaltung und stillstehende Fließbänder als Auftrag verstehen, die Nachfrage anzukurbeln. VW-Werke könnten öffentliche Aufträge für die Fertigung von beispielsweise E-Bussen für Kommunen erhalten. Dann sind Beschäftigte auch nicht gezwungen, plötzlich für Rüstungsunternehmen zu arbeiten, weil es keine Alternative gibt. Wir als Linke kämpfen um jeden Arbeitsplatz und jedes Werk.”
