"Nach den zahlreichen Schlägen ins Gesicht folgen jetzt die ersten Tritte. Eine so unfassbar sozial kalte Empfehlung kann nur eine Rentenkommission abgeben, die fast ausschließlich mit Menschen besetzt ist, die von ihr nicht betroffen sind. Aber sie macht genau das, wofür sie insbesondere von der Union eingesetzt wurde und liefert wie bestellt. Die weitere Absenkung des Rentenniveaus und die weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters werden nicht nur immer mehr Menschen in die Altersarmut treiben, sondern auch dafür sorgen, dass sich der Gesundheitszustand der Menschen deutlich verschlechtert", erklärt Heidi Reichinnek zu Medienberichten, die Rentenkommission wolle die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre vorschlagen. Reichinnek weiter:
"Seit der letzten Absenkung des Rentenniveaus unter Rot-Grün von 53 Prozent auf 48 Prozent hat sich die Altersarmut bereits verdoppelt. Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters käme einer Kürzung gleich. Die Erhöhung des Eintrittsalters wird immer wieder mit einer erhöhten Lebenserwartung begründet. Dabei hat eine Kleine Anfrage der Linksfraktion gerade erst aufgedeckt, dass schon die letzte Erhöhung des Renteneintrittsalters den Anstieg der Lebenserwartung übertrifft. Darüber hinaus ist die Lebenserwartung in mehreren Regionen in Deutschland zuletzt sogar gesunken. Zudem bestehen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen erhebliche Unterschiede: ärmere Menschen sterben im Schnitt fast zehn Jahre früher. Eine pauschale Erhöhung des Renteneintrittsalters bedeutet ein weiteres Auseinanderdriften zwischen oben und unten. Was es statt der Vorschläge der Rentenkommission bräuchte, wäre ein Rentensystem, in das alle Erwerbstätigen einzahlen und eine deutliche Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze. Damit ließe sich die Rente zukunftsfähig machen - und zwar so, dass allen Rentner:innen ein Leben in Würde möglich ist. Die Vorschläge der Kommission sind der nächste Schritt zur von Merz angekündigten 'Basisabsicherung'. Eine Umsetzung wäre ein schwarzer Tag für einen ganz großen Teil der Bevölkerung, die dadurch immer stärker auf private Vorsorge angewiesen wäre. Die Sektkorken würden nur bei der privaten Versicherungslobby knallen. Wir als Linke werden uns mit allem was wir haben an die Seite derjenigen stellen, die auf eine gute gesetzliche Rente angewiesen sind - und das ist weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung!"
