Altersarmut in der Bundesrepublik ist überwiegend weiblich. Frauen haben deutlich niedrigere Renten als Männer. 2025 erhielten Frauen in Westdeutschland 40 % weniger Rente als Männer. Auch bei den Frauen im Osten besteht ein deutlicher Abstand, obwohl sie aufgrund einer höheren Erwerbsbeteiligung und geringeren Unterbrechungen deutlich bessere Rentenansprüche aufbauen konnten. Seit der Wende ist die Frauenerwerbslosigkeit in Ostdeutschland jedoch stark angestiegen. Altersarmut wird deshalb absehbar zunehmen. In Westdeutschland werden die durch die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen erreichten Zuwächse durch das sinkende Rentenniveaus weitgehend wieder zunichte gemacht.
Die Hauptursachen für die niedrigen Renten von Frauen sind niedrige Löhne und Unterbrechungen der Erwerbsbiografie wegen Kindererziehung und Pflege. An der ungleichen Bezahlung zwischen Männer und Frauen ändert auch der geltende gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro nichts. Er ist einfach zu niedrig, um Frauen im Alter vor Armut zu schützen. Frauen haben im Schnitt knapp 33 Versicherungsjahre vorzuweisen, verglichen mit etwa 42 Jahren bei den Männern. Frauen sind also weit entfernt von den in der Rentenpolitik idealtypisch unterstellten 45 Jahren. Von den durch die Unionsparteien und die SPD in die Diskussion eingebrachten Vorschlägen der Rentenkommission würden die meisten von ihnen nichts haben, da sie oft in Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, in denen sie nicht genug verdienen für private Vorsorge oder den Hohen Zugangsvoraussetzungen für die Unterstützung niedriger Renten nicht erfüllen.
Statt solcher Placebos brauchen Frauen eine Politik, die es ihnen ermöglicht, eine eigenständige auskömmliche Alterssicherung aufzubauen. Auch im Fall, dass dies nicht gelingt, muss im Alter ein Leben in Würde und frei von Armut garantiert werden.
Die Fraktion Die Linke setzt sich ein für:
- Zeitsouveränität und eine wirkliche Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben: Um Frauen die Teilhabe an Erwerbsarbeit zu ermöglichen, müssen die gebührenfreie Ganztagsbetreuung für Kinder flächendeckend ausgebaut und die Arbeitswelt familienfreundlich umgestaltet werden.
- die Gleichstellung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und die Herstellung von Entgeltgleichheit.
- gute Arbeit und einen armutsfesten gesetzlichen Mindestlohn. Gute Arbeit und gute Löhne führen zu guten Renten.
Wir kämpfen für eine lebensstandardsichernde und armutsfeste Rente: Das Rentenniveau muss wieder steigen, damit die Rente den Lebensstandard im Alter sichern und langjährig Versicherten Renten deutlich oberhalb des Grundsicherungsniveaus bieten kann.
Wir wollen den Solidarausgleich in der gesetzlichen Rentenversicherung stärken: Auch für vor dem 1. Januar 1992 geborene Kinder sollen der Mutter (oder dem Vater) für die ersten drei Lebensjahre eines Kindes pro Jahr Erziehungszeiten in Höhe des Durchschnittseinkommens aller Versicherten gutgeschrieben werden, in gleicher Höhe für Ost und West.
Damit Zeiten des Niedriglohns nicht zu Armutsrenten führen, brauchen wir eine höhere Bewertung niedriger Einkommen. Zeiten der Erwerbslosigkeit, der Ausbildung und Pflege von Angehörigen sollen ebenfalls besser berücksichtigt werden.
Damit jede/r im Alter in Würde leben kann, fordern wir eine steuerfinanzierte, einkommens- und vermögensgeprüfte Solidarische Mindestrente
