„Wenn die Menschen immer älter werden, weil sie länger gesund leben, sollen nach den Vorstellungen von Arbeitgeberpräsident Dulger ausgerechnet die Pflegeleistungen gekürzt werden. Das ist an Zynismus kaum zu überbieten. Denn realistischerweise steigt mit höherer Lebenserwartung der Pflegebedarf. Schon heute ist die Pflegeversicherung nur eine Teilkasko, ihre Leistungen reichen vorne und hinten nicht aus und Pflege wird für immer mehr Menschen zum Armutsrisiko", sagt Sören Pellmann, Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Bundestag, zum Vorschlag von Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger, die Pflegeleistungen an die Lebenserwartung zu koppeln. Pellmann weiter:
„Dulgers Vorschlag würde die Pflegeversicherung weiter kaputtsparen. Die Arbeitgeber bekommen mal wieder den Hals nicht voll. Bereits bei der Einführung der Pflegeversicherung 1995 wurden sie durch die Abschaffung eines Feiertags entlastet. Sachsen ist bis heute der Sonderfall: Hier zahlen Beschäftigte höhere Beiträge, während Arbeitgeber weniger einzahlen als in den anderen Bundesländern. Auch hier stehlen sie sich aus der gesellschaftlichen Verantwortung. Ich erwarte von Gesundheitsministerin Nina Warken, dass sie dieses Lobby-Geschwätz zurückweist und sich schützend vor die Menschen mit Pflegebedarf und vor die Versicherten stellt.“
