Der Kampf gegen das Selbstbestimmungsgesetz und gegen Schwangerschaftsabbrüche, die konzertierte Kampagne gegen die Rechtswissenschaftlerin Frauke Brosius-Gersdorf, die als Verfassungsrichterin vorgeschlagen wurde, Hatespeech gegen Frauen und queere Menschen im Netz oder sogar körperliche Angriffe: All das sind Ausdrucksformen von Antifeminismus.
Im Kern steht die Vorstellung einer „natürlichen“ binären Geschlechterordnung. Sie richtet sich gegen die Errungenschaften feministischer und queerer Emanzipation, gegen die Rechte von Frauen, queeren Menschen und anderen marginalisierten Gruppen. (Queer-)Feminismus und eine menschenrechtsbasierte Politik werden als schädlich oder überzogen dargestellt. Typische Schlagworte sind „Genderideologie“, „Frühsexualisierung“ und „Meinungsdiktatur“.
Antifeminismus ist heute ein gut organisiertes und international vernetztes Phänomen. Strategisch handelnde Akteurinnen mit erheblichen finanziellen und organisatorischen Ressourcen – darunter christliche Fundamentalistinnen, Maskulinisten (antifeministische Männerrechtler), rechtskonservative, autoritäre und extrem rechte Organisationen – versuchen gezielt, politische und gesellschaftliche Debatten sowie institutionelle Prozesse zu beeinflussen. Damit greifen sie letztlich demokratische Strukturen selbst an.
Die Linke im Bundestag stellt sich gegen jede Form von Antifeminismus und fordert einen bundesweiten Aktionsplan gegen Antifeminismus.
