Fauen gehören an den Herd, Männer weinen nicht – solche Stereotype sind sexistisch. Sexismus zeigt sich im Alltag durch derlei klischeehafte Rollenzuschreibungen, durch das Unsichtbarmachen von Frauen, trans*, inter* und nicht binären Personen in der Sprache, durch anzügliche Kommentare oder sexualisierte Belästigung. Strukturell und institutionell zeigt er sich zum Beispiel dadurch, dass Frauen noch immer schlechter bezahlt werden als Männer und noch immer nicht paritätisch in der Politik vertreten sind.
Sexismus ist die Diskriminierung von Menschen aller Geschlechter aufgrund ihres Geschlechts und basiert auf der patriarchalen Annahme einer Hierarchie von Geschlechtern. Er kann nicht losgelöst von anderen Diskriminierungsformen betrachtet werden: Frauen etwa, die von Sexismus, aber auch von Rassismus oder Ableismus betroffen sind, werden meist stärker diskriminiert als Frauen, die „nur“ Sexismus erfahren.
Dabei wirkt sich Sexismus nicht nur negativ auf cis Frauen, nicht-binäre, inter* und trans* Personen aus – auch cis Männern schaden Stereotype von Männlichkeit. Bis zu 80 Prozent der Suizide etwa werden hierzulande von Männern begangen.
Sexismus kann dazu führen, dass Betroffene ihr Verhalten am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Raum ändern und in ihrer Lebensqualität eingeschränkt werden. Gleichzeitig werden Frauen, trans*, inter* und nicht binäre Personen in feminisierten Berufe wie der Pflege oft geringer vergütet und seltener befördert.
Eine Gesellschaft, die Sexismus toleriert, fördert auch die Akzeptanz von geschlechtsspezifischer Gewalt. Durch sexistische Handlungen wird ein gesellschaftliches Klima der Einschüchterung und Unsicherheit geschaffen, das Gewalt Vorschub leistet. So berichteten mehr als ein Drittel der Frauen in den vergangenen fünf Jahren, von sexueller Belästigung betroffen gewesen zu sein. Auch von häuslicher Gewalt sind vor allem Mädchen und Frauen überall in Deutschland täglich betroffen.
Sexismus muss in all seinen vielen Erscheinungsformen angegangen werden. Die LINKE im Bundestag stellt sich Ausgrenzung und allen Formen von Diskriminierung wie der aufgrund von Geschlecht und sexueller Orientierung entschieden entgegen, ebenso wie einer Instrumentalisierung der Debatte für rassistische Hetze. Es braucht geschlechtersensible Pädagogik, Quoten, eine neuerliche Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, Ja heißt Ja im Sexualstrafrecht und eine Gesamtstrategie zum Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt.
