"Merz lobt die Innovationskraft Ostdeutschlands, verschweigt aber die Realität vieler Beschäftigter: niedrigere Löhne, zahlreiche Betriebsschließungen und den Verlust von Industriearbeitsplätzen. Dass der Kanzler unter 'Bezahlbarkeit' vor allem die Kosten für Unternehmen versteht, zeigt, wie weit er von der Lebensrealität der Menschen entfernt ist. Die Beschäftigten der Bosch-Siemens-Hausgeräte-Fabrik in Nauen haben jahrelang ohne Tarifvertrag und Zuschläge gearbeitet, trotzdem haben sie, wie viele andere, den Kampf um ihre Arbeitsplätze verloren – obwohl ihre Fabrik profitabel arbeitet", erklärt Mandy Eißing, Sprecherin der Arbeitsgruppe Ostdeutschland der Fraktion Die Linke im Bundestag, zu Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow. Eißing weiter:
"Die Regierung kann keine Strategie für Standortsicherheit und faire Arbeitsbedingungen im Osten vorweisen, geschweige denn einen Plan zur ostdeutschen Nachwuchsförderung. Während sich Merz nur mit den Unternehmensbossen unterhält, wird beim parallel stattfindenden Chemiegipfel der Linksfraktion in Leuna heute deutlich: Die besten Ideen für sichere Industriestandorte kommen von den Beschäftigten und Betriebsräten selbst. Statt Konzerninteressen und kurzfristige Renditeziele in den Vordergrund zu stellen, braucht es mehr Mitbestimmung, verbindliche Standortgarantien und gezielte Investitionen in eigenständige Standorte, statt neue verlängerte Werkbänke in Ostdeutschland."
